Gesundheitstipp der AOK PLUS: Schlafprobleme bei Stress
Wie hängen Stress und Schlafstörungen zusammen? Stress und Schlaf beeinflussen sich gegenseitig: Stress kann den Schlaf stören, während Schlafmangel und schlechte Schlafqualität die Anfälligkeit für Stress erhöhen. Dabei spielen unter anderem Hormone wie Melatonin und Cortisol eine wichtige Rolle.
Wie beeinträchtigt Stress den Schlaf? Stress kann die Kommunikation zwischen Nervensystem und Hormonsystem verändern und dadurch den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Melatonin unterstützt den Schlaf, während Cortisol vor allem tagsüber ausgeschüttet wird. Normalerweise ist der Cortisolspiegel tagsüber höher und der Melatoninspiegel nachts.
Bei anhaltendem Stress kann dieses hormonelle Gleichgewicht gestört werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHN-Achse), das zentrale hormonelle Stresssystem des Körpers. Bei Stress steigt unter anderem der Cortisolspiegel. Auch Herzfrequenz und Blutdruck werden erhöht, was den Körper auf Leistung vorbereitet – für erholsamen Schlaf ist eine dauerhafte Stressreaktion jedoch ungünstig.
Führt Stress immer zu Schlafstörungen? Nein. Wie stark sich Stress auf den Schlaf auswirkt, ist individuell verschieden. Dabei spielen unter anderem genetische Voraussetzungen und der persönliche Umgang mit Belastungen eine Rolle. Dauerhafter Stress, der die Schlafqualität beeinträchtigt, kann jedoch zu einem gesundheitlichen Problem werden.
Wie fördert schlechter Schlaf den Stress? Auch Schlafmangel und schlechte Schlafqualität können die Stressregulation beeinträchtigen. Anhaltender Schlafmangel kann die geistige Leistungsfähigkeit einschränken und den Haushalt der Stresshormone verändern. Bereits eine schlaflose Nacht kann den Cortisolspiegel beeinflussen.
Normalerweise erreicht Cortisol am frühen Morgen seinen Höchststand und nimmt im Laufe des Tages ab. Bei Schlafmangel kann dieser natürliche Anstieg verändert sein. Dadurch kann die Regulation von Stress weniger gut funktionieren und Stress möglicherweise intensiver wahrgenommen werden.
Dabei gibt es Hinweise, dass die Schlafqualität für die Stressregulation wichtiger sein könnte als die reine Schlafdauer. Häufiges Aufwachen oder nicht erholsamer Schlaf kann die körperliche Stressregulation beeinträchtigen.
Wie entsteht der Teufelskreis aus Stress und Schlafstörungen? Stress kann zu schlechtem Schlaf führen, und schlechter Schlaf kann wiederum das Stresslevel erhöhen. Dadurch können sich beide Faktoren gegenseitig verstärken:
Stress → schlechter Schlaf → mehr Stress → noch schlechterer Schlaf
Auf Dauer können sich Schlafprobleme dadurch verfestigen. Deshalb ist es sinnvoll, sowohl Stress als auch Schlafprobleme anzugehen.
Was hilft bei stressbedingten Schlafproblemen? Es gibt zwei wichtige Ansatzpunkte: Stress reduzieren und den Schlaf verbessern. Viele Maßnahmen unterstützen beides gleichzeitig. Wer Stress abbaut, kann seinen Schlaf verbessern; guter Schlaf wiederum kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress erhöhen.
⇒ Bewegung und Sport: Leichte bis moderate körperliche Aktivität kann Stress reduzieren und die Schlafqualität fördern. Dazu gehören beispielsweise Ausdauersport sowie Mind-Body-Übungen wie Yoga, Tai Chi oder Pilates.
⇒ Entspannung und Meditation: Entspannungsübungen und Meditation können das Stressniveau senken und dadurch Schlafqualität und Schlafdauer verbessern. Besonders Achtsamkeitsmeditation kann sich positiv auf den Schlaf auswirken.
⇒ Lebensstil: Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung mit vielen pflanzlichen und wenig stark verarbeiteten oder zuckerreichen Lebensmitteln können die Schlafqualität unterstützen. Dagegen können starke Bildschirmnutzung, Rauchen, Alkohol und insbesondere Koffein am späten Nachmittag oder Abend den Schlaf beeinträchtigen.
Schlaftraining und Schlafcoaching Strategien für einen gesunden Schlaf lassen sich erlernen. Schlaftrainings und Schlafcoachings vermitteln, welche Bedingungen einen erholsamen Schlaf fördern und wie sich Einschlaf- und Durchschlafprobleme verbessern lassen. Auch die AOK bietet entsprechende Angebote an.